Kritik an Martin Walser

Kritik an Martin Walser  (1927 bis heute)

Bis heute habe ich etwa 30 Kritiken geschrieben über berühmte Leute, aber noch keine über Martin Walser.

Warum? Weil er mir zu unbedeutend vorkam. Ein Schriftsteller mehr - was soll's.

Nun heute hatte ich Gelegenheit diesen alt gewordenen Martin Walser auf 3SAT zu erleben, mit einem Portrait von diesem Kulturmenschen, und ich muss sagen dass ich beeindruckt bin.

Es wird mir schwerer fallen mit dieser Kritik als mit manchen anderen, aber es soll sein, auch wenn ich schon sehr müde bin so gegen Mitternacht.


Also - los geht's


Der Film "Das fliehende Pferd"

Ein Film ist niemals das Buch. Hier gibt es riesige Unterschiede, der Subtext, die Zwischengedanken, die Sprache, die Langsamkeit des Vorganges fehlt im Film. Trotzdem ist die Frage "Martin Walser" eigentlich geklärt, betreffend der Weltanschauung und der Bandbreite des Intellekts von diesem Intellektuellen.

Es gibt Höhen und Tiefen, im Film und wohl auch im Buch, doch selbst die Tiefen in den Beschreibungen von Walser sind von hoher Qualität. Der Mann kann denken, er kann beobachten, er kann wissen, und er kann wohl auch wissen mit dem Kopf anderer, aber er lehnt es ab so zu denken, wie man auch noch denken könnte. Was ich dauernd tue, also mir vorzustellen wie es wäre ein Politiker zu sein, ein Genie, ein Arbeiter, eine Frau, ein Alter, ein Hund oder was auch immer - dies interessiert Walser nicht. Warum? Weil er es nicht will - oder weil er es nicht kann? Wir werden mehr erfahren.


MRR

Das Beste zuerst. Genau so sehe ich es mit MRR und allen Kritikern von Denkern, genau so wie Walser. Es ist eigentlich ein überflüssiger Beruf, eine reine Anmassung, eine Frechheit. Man kann die Bücher anderer nicht beurteilen, dies ist unmöglich.

Kommt dazu, dass MRR ein jüdisches Schwein war. Man verstehe mich richtig, dies hat nichts mit Antisemitismus zu tun, sondern diese Art von "über den Anderen zu stehen" sieht man auch an der Wall Street oder in Israel - und der Schaden ist gewaltig.

Auschwitz ist geschehen und darauf kommen wir zurück. Von daher zu vermuten, die Juden, ausgerechnet, seien die besseren Menschen, ist genau so idiotisch wie anzunehmen, Frauen oder Schriftsteller seien die besseren Menschen. Es gibt gut und böse, doch die Standpunkte dazu gehen in die Millionen. MRR ist nicht böse, er ist dumm.


Ethik und Erinnerung

Sowohl die Frage der Ethik und der Erinnerung verdient eine Höchstnote bei Walser. Der Mann ist durch und durch ein moralisch denkender Mensch. Nur ist eben das Denkniveau nicht sehr hoch, was diese Aussage wieder relativiert.

Die ganze Schriftstellerei von Walser basiert auf eigenen Erlebnissen im Rahmen seiner engsten Umgebung eines Lebens. Noch nicht einmal das Leben eines Arbeiters würde er beschreiben wollen, weil er nie Arbeiter war. Dies ist wohl ein Witz. Alle Schriftsteller können beobachten und sich einfühlen. Es ist diese Arroganz, die Wahrheit über seine Zeit schreiben zu sollen, die Walser etwas unsympathisch erscheinen lässt - also ich spreche von meinen Gefühl, nicht vom Urteil anderer.

Was sehr wohl stimmt ist, was Walser über die Kritiker, die Politiker und die Schriftsteller sagt, dass diese den Spiegel des Zeitalters in welchem sie reden und schreiben, darstellen - und nicht anders können. Dies ist Mumpitz: Ein Genie kann sich in jede Zeit versetzen und in jeden Menschen, und sogar in die Zukunft wenn er will und wenn er normal ist. Das Problem der Welt besteht darin, dass heutzutage kein einziger Mensch mehr normal sein kann im Chaos.


Die Wiedervereinigung Deutschlands

Hier ist Walser Deutscher durch und durch. Er glaubte immer, dass man an die Wiedervereinigung Deutschland glauben musste, und so kommt er heute daher als Hellseher, der die tolle neudeutsche Sache kommen sah.

Und damit hat man alle Idioten Deutschlands im Sack. Doch die Wahrheit ist eine andere:

Nach diesem Krieg und bei der Blödheit des Westens und des Kapitalismus, war es die letzte Notwendigkeit, dass die DDR von der BRD vereinnahmt werde und die Oststaaten von der EU. Es ist dies ein Gedankenirrtum von unglaublicher Stumpfsinnigkeit - ein Schriftsteller darf niemals auf dieses Denkniveau fallen.

Im übrigen soll mir einer, soll mir Walser erklären, worin der Unterscheid liegt im Verrecken in Auschwitz und im Rest des WW II. - Klar, ich kenn die Unterschiede, aber sie interessieren mich nicht. Hass und Rassisten hat es immer gegeben und jeder Krieg und Folter und Religion beruht genau auf diesen Säulen falschen Denkens.


Buchpreis des Deutschen Friedenshandels

Ja, ja, umgekehrt - geschenkt, Idioten. Da hält der Kerl eine Rede über Auschwitz und muss sich nachher vor den Juden verantworten. Ich war damals so verärgert, dass ich in eines meiner Bücher einen Verriss über den Auftritt von Walser schrieb.

Weil ich niemals etwas schreibe, was sich als falsch erweist im Nachhinein, muss der Text wohl gestimmt haben. Ich sah zwar nicht ein Schlussstrich unter die Judenverfolgung und den WW II, aber ich sah eine Bagatellisierung der Geschichte. Und so war es wohl auch. Dass die Knilche der Kultur und der Politik dann ein Steinfeld von monumentaler Grösse in die Welt setzten zu Berlin - und gleichzeitig JFK, Pinochet und Videla und den Päpsten in den Arsch gekrochen sind, inklusive der Juden, ja, vor allem der Juden, hätte eine viel saftigere Ohrfeige an dieser Veranstaltung des Bluffs vertragen können.


Das wahre Leben

In seinem ganzen Werk hat Walser über das wahre Leben aus seiner Sicht geschrieben. Es sind gute und tolle Werke. Sie zu lesen lohnt, ausser für MRR. Aber ich würde seine Werke nicht lesen, weil ich interessiert bin an Hintergründen, an jenen Dingen die nicht offensichtlich sind und trotzdem wahr.

Wenn man seine Romane liest und dann meinen "John Demaster" über ein Wesen welches die Welt erstmals erfährt mit überirdischer Intelligenz und genau aus diesem Grunde die Wahrheit über die Menschheit und ihren Planeten beschreiben kann, weiss in Zukunft jeder, was diese Kritik hier soll.


Das Soziale

Genau hier wird es lustig: Wenn sich mittelmässige Menschen ihrer Intelligenz versichern wollen, machen sie auf Gesellschaftskritik. Und das Fehlen dieser Kritik wurde Walser zeitlebens um die Ohren gehauen. Danke, Walser, dass Du darauf nicht reingefallen bist.

Entweder begreift man das Soziale auf dem Niveau von Marx, Goethe, Russell oder einigen Berühmtheiten aus früheren Zeiten der Aufklärung, dann kann man etwas lernen, nicht viel, aber das Höchste was zu haben ist. Wenn man diese Fähigkeiten nicht besitzt, sollte man jede Gesellschaftskritik auf alle Zeiten vergessen. In diesem Sinne bin ich froh um jede Kritik, die NICHT von Frauen geschrieben steht, denn sie können nur Befindlichkeiten beschreiben - und genau in diesem Punkt gleichen sie Walser ungemein.


Die Realität nach Walser

In Anbetracht der Vielfältigkeit der Werke von Walser, wäre es irgendwie frech zu behaupten, er schere alles über einen Kamm. Aber genau dies tut er. Man kann eine Meisterschaft entwickeln in der Malerei, in der Komposition oder der Schriftstellerei oder gar der Philosophie, indem man immer auf äusserst raffinierte Weise immer dasselbe tut, malt, komponiert, schreibt, denkt - und man darf sicher sein, dass 99,99 Prozent der anderen Menschen nicht dahinter kommen, das dreckige Geheimnis, dass fast immer jegliches Niveau fehlt.

Die Realität ist ein Chaos und man muss vernetzt denken können, universell und auf unglaublich hohem Niveau im Verstehen von "Welt-Theater". Davon verstand Walser während seiner Existenz nie etwas - genügend für die Werke, aber nicht genügend für die Welt.

Nur als Beispiel:

Man muss vergleichen können: Auschwitz, WW II, Vietnam, Chile, Wall Street, Japan, das moderne, eigentlich mordende Wirtschaftsleben, die Realität einer niedergehenden Spezies in der Jetzt-Zeit - und sonst begreift man gar nichts. Die Querelen von Walser mit anderen Idioten, basieren genau auf dem Fehlen von interaktivem Denken in sämtlichen beteiligten Parteien.



Die Sache mit Gott und den Frauen

Es gibt einen Teil in der Dokumentation wo die Gottes-Frage gestellt wird. Walser beantwortet sie, wie alles in seiner Literatur, über das Verhalten der Mitmenschen. Nun kann man als sehr intelligenter Mensch nicht wissen, ob es einen Gott gibt oder nicht, aber man kann mit dieser Tatsache spielen, indem man Gott für alle Schandtaten der Welt verantwortlich macht, weil ER uns ja geschaffen hat wie wir sind. Oder man kann die Normalität nehmen und feststellen, dass ganz ohne Gott diese Menschheit den eigenen Planeten vernichtet hat - und somit ihre Existenz - wie ich es seit 30 Jahren schreibe. Hier hat Walser, wie im ganzen Werk, einfach keine Perspektive.

Bei aller Kritik stelle ich die Frauen auf die Stufe der Männer - beide sind absolut unvollkommen, aber jeder auf seine Weise. Bei Walser - und dies sieht man auch im Film, stehen die Frauen irgendwie über den Männern, sie sind die vernünftigeren Wesen. Dies genau passiert, wenn man den "Behaviourism" der Welt als Grundpfeiler der Welt und der Realität in der Literatur sehen will, wie Walser es tut. In Wirklichkeit können die Frauen nicht abstrakt denken und sind deshalb an "Realität" nicht interessiert. Und die Männer machen genau diese "Realität" kaputt, ohne dass die Frauen dies merken wollen. Dass es Walser nicht merkt ist logisch, viel gescheiter als MRR ist auch er nicht.


Walser im Vergleich

Man kann Walser vergleichen mit Kafka, Frisch, Dürrenmatt oder auch mit allen deutschen, französischen, englischen oder amerikanischen Schriftstellern und findet:

Alle schreiben IHR Zeugs - immer im Gleichen. Sie wagen sich nicht an die grossen Themen, weil dies ja nichts bringe und solche Werke von den verblödeten Kritikern in Grund und Boden gerammt würden. Deshalb entsteht keine gute Literatur mehr seit mindestens 100 Jahren - und was seit 50 Jahren geschrieben worden ist, kann man getrost wegwerfen.

Nach dem Tod der Menschheit bis 2099, wegen der vielen Kollapse die über den Planeten kommen werden, wäre es interessant zu sehen, was hochintelligente Spezies bei der Rückschau über das Schaffen von Menschen als bemerkenswert akzeptieren würden. Man wäre sehr erstaunt….


Was bleibt von Walser?

Was der gegenwärtigen Menschheit bleibt an Literatur, hat diese Dokumentation gezeigt.

In der Zeitlosigkeit der Zukunft, in der Annahme die Menschheit könnte überleben, wird Walser nie eine Rolle spielen. Man wird ihn rasch vergessen haben.

Es gibt einige Griechen, Descartes, Pascal, Kant, Russell und vielleicht auch noch Rousseau oder Marx - und sicherlich nicht die Verbrecher Keynes, Friedman, Popper und noch schlimmer die heutigen Schriftsteller und Philosophen. Sie haben eine Halbwertzeit von weniger als einem Monat. Und genau in diese Kategorie setze ich Martin Walser.

Wer je den Mut haben wird, meine Bücher zu entdecken, wird einen Schock kriegen und feststellen dürfen, welchen Sinn genau diese Zeilen hier hatten….

Mit absoluter Sicherheit lässt sich sagen, dass weder Martin Walser, noch MRR oder die Literaturkritiker der Welt je in der Lage sein werden, die Literatur von René Delavy zu entdecken, hierzu sind sie alle viel zu dumm.


René Delavy - Berlin and Bournemouth

written on March 24, 2012 - genau 24 Uhr - eigentlich 1 Uhr wegen der Zeitumstellung